Leere – die Chance genau hinzuhören

Da sitze ich nun und es ist Zeit für meinen neuen Blogartikel. Meistens sprudelt es doch gerade so aus mir heraus. Die Worte finden ihren Weg. Doch manchmal ist auch alles ganz anders. Alles ist leer – und je mehr wir uns dann bemühen, kreativ zu werden umso leerer wird es in uns. Als ob dieses Bemühen alles versperrt. Kennst du das auch?

Als ich das bei mir wahrgenommen habe, kam eine Wut in mir hoch. Ich war einfach wütend, weil ich es doch sonst immer funktioniert hatte und weil ich auch eine gewisse Planung hatte von meinem Tag. Ich hatte mir den Ablauf schon etwas anders vorgestellt. Ok, dann halt nicht und was nun? Sollte ich es einfach akzeptieren, dass da diese Leere war oder gab es sonst noch etwas, das es zu beachten gab. Schließlich musste es ja einen Grund haben. Wie immer stelle ich die Frage nach dem WARUM.

Und da wurde mir bewusst, dass es diese Leere auch in vielen anderen Bereichen in unserem Leben gibt. Und meistens verbinden wir mit Leere einen Mangel. Also nichts Postives. Und darum soll diese Leere auch bitte so schnell wie möglich wieder verschwinden.

Stell dir doch nur einmal vor, du beendest eine Beziehung oder du kündigst deinen Job, deine Kinder ziehen aus und du darfst dich jetzt mit der veränderten Situation „abfinden“. Was kommt da häuftig um die Ecke? Die Leere! Und zwar meistens ein höchst unangenehme Leere, die wir nur allzu gerne hastig wieder mit etwas aufzufüllen versuchen.

Wir haben fast immer eine bestimmte Planung von unserem Leben. Dann treten Ereignisse ein, Situationen mit denen wir nur schwer umgehen können und oft sind wir dann einfach überfordert. Es wird manchmal zuerst übervoll, weil du nicht weißt wohin mit deinen Gefühlen. Du suchst verzweifelt nach einer Lösung, die Energie staut sich immer mehr und dann wird es leer.

Leere – die Chance genau hinzuhören

  • Wir haben verlernt, dass es auch einfach mal nur leer sein darf in unserem Inneren und dass daraus etwas ganz Wundervolles entstehen kann.
  • Wir haben es verlernt, uns Zeit zu lassen, weil überall erwartet wird, dass wir Leistung bringen.
  • Wir haben es verlernt,  in dieser Leere genau hinzuhören wo unsere tiefsten und ehrlichsten Bedürfnisse sind.

Wenn du dich nun für einen Moment zurücklehnst, die Augen schließt und dich erinnerst, wann und wo du schon einmal in dieser Situation warst, dann kannst du bestimmt noch diese Leere wahrnehmen. Wie wäre es, wenn du jetzt in der Gewissheit sein kannst, dass das sein darf. Dass du es nicht verdrängen musst, sondern dass du es zulassen kannst, weil dir nichts Schlimmes passieren kann?

Spürst du es – kannst du es wahrnehmen? Es fühlt sich gut an, es fühlt sich liebevoll an und es ist wunderbar ruhig geworden. Für unser Leben ist es wichtig, dass wir immer mal wieder in diese Leere eintauchen und ihr Potential erkennen. Denn wenn wir genau hinhören, und zwar mit unserem Herzen, dann müssen wir aus dieser Leere nicht mehr flüchten.

Deine Bedürfnisse

Wie steht es um deine Bedürfnisse, kannst du sie jetzt besser erkennen oder nimmst du sie überhaupt zum ersten Mal wirklich wahr. Für viele Menschen ist es nämlich nur sehr schwer möglich, hier ihren Zugang zu finden. Erst in solchen Situationen, in denen sie ganz auf sich zurückgeworfen werden, offenbart sich dieses Geschenk. Auch hier gilt, Zeit lassen und geduldig sein, denn sonst deckst du deine ehrlichen Bedürfnisse gleich wieder mit Ersatzbefriedigungen zu und das wäre sehr schade.

Deine Hingabe an die Schöpfung

Diese Leere kann ein sehr schöpferischer Prozess sein. Wenn wir es zulassen und uns die Zeit dafür geben. Jede wundervolle Schöpfung benötigt ihre Zeit. Also – nimm den Druck raus und gib dich hin! Ja, auch Hingabe können wir daraus lernen. Nicht etwas vermeiden oder verändern wollen. Sondern wir geben uns der Leere hin. Ohne Angst und ohne Unsicherheit. Denn in diesem Moment wird keine Leistung von dir erwartet. Ganz im Gegenteil, du darfst den Lohn deiner Hingabe empfangen – einfach so 🙂

Hier stehen oftmals wahre Meisterwerke, geboren aus einer Kreativität, die ihren Ursprung in dieser Leere hat.

Und glaub mir, irgendwann nimmst du wahr, wie sich die Energie wandelt, wie sie sich dreht. Und dann wird aus der Leere eine Fülle, die wirklich Bestand hat. Diese Fülle wird aus dir geboren, das bist du in deiner ganzen Vielfalt. Wenn du dieses zutiefst kraftvolle und authentische Erleben einmal wahrgenommen hast, dann weißt du, dass alles möglich ist.

Und jetzt bist du an der Reihe. Wie findest du deinen eigenen Weg aus der Leere? Wie fühlt sich Leere für dich an? Lehnst du sie ab oder magst du sie einladen und annehmen? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

Herzensgrüße

Silvia

3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Silvia,
    ohja, das kenne ich… Ich bin es eigentlich gewohnt, IMMER etwas zu tun. Ich bin immer beschäftigt. Nichts tun zu können ist für mich schier unerträglich.
    Manchmal verzettel ich mich aber in meinen vielen Plänen und weiß dann nicht mehr, wo ich zuerst hinfassen soll. Ich mach das inzwischen so, dass ich bewusst einen Stopp einlege und mich z.B. draußen eine Weile hinsetze und bewusst nichts vor habe. Erst mal durchschnaufen, leer werden und die Umgebung genießen. Dann kommt es ganz von allein wieder, mit was ich weiter mache.
    Oder ich hebe mein tu-was-Gefühl auf eine andere Ebene. Hol mir mein Strick- oder Nähzeug und kann dabei entspannen. Die Gedanken kommen dann von ganz allein und ich habe dabei nicht mehr so stark das Gefühl, NICHTS zu tun…
    LG
    Sybille

    1. Hallo liebe Sybille,
      ja die Leere kann auf vielerlei Arten zu uns kommen. Wir können sie natürlich auch bewusst einladen, so wie du es beschreibst. Dann ist es wohltuend und voller Genuß.
      Wenn sie uns natürlich einfach so überrascht sieht sie Sache wieder anders aus. Dann dürfen wir einfach lernen, damit umzugehen und sie nicht gleich wegzudrängen. Darin liegt meiner Meinung nach das größte Geschenk.

      Einen liebe Gruß
      Silvia

  2. Oh ja, dass kenne ich die ganze letzte Zeit, manchmal nervt es mich. Mich darauf einlassen, geschehen lassen und einfach empfangen, dass übe ich gerade.

    Ich bin schon gespannt, was dann kommt, Dinge, die ich nicht erwartet habe oder ganz was Neues.

    In diesem Sinne gehe ich wieder in die Stille.
    Danke liebe Silvia dafür, dass ich nun erkannt habe, dass es nicht nur mir so geht.
    Ingrid Solvana

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.