Realität, Illusion und du mittendrin

Könnte es sein, dass das was wir für Realität halten nur eine Illusion ist? Kannst du das glauben oder stellt sich in dir sofort der Widerspruch. Nein, das kann doch gar nicht sein. Ich weiß genau wie mein Leben abläuft. Ich kenne meine Realität sehr genau, schließlich bin ich doch nicht so ein Träumer wie manch andere. Aber ist das wirklich so?

Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und ich glaube, da passt auch ganz gut die Frage dazu, die ich von mehreren Menschen in der letzten Zeit erhalten habe:

Warum fühle ich mich, als würde mir etwas übergestülpt, als ob ich gar nicht ich wäre und oft auch sehr traurig?

Ich möchte jetzt gerne ein bißchen weiter ausholen und ich hoffe, du nimmst dir die Zeit zum Lesen. Es gab nämlich bei mir durchaus auch eine Zeit, in der ich so in den Seilen hing, mich oft völlig fremd in meinem eigenen Alltag fühlte und bei jeder Gelegenheit fast in Tränen ausgebrochen bin. Ja es hört sich vielleicht dramatisch an, doch das Leben hat mir keinen Spaß gemacht und ich habe mich zu der Zeit auch schon gar nicht mehr nach dem Warum gefragt. Warum ich in dieser Situation eigentlich war. Denn schließlich hat es ja einen Auslöser dafür gegeben, oder besser gesagt, wahrscheinlich mehrere.

Irgendwann kam ich durch “Zufall” in Kontakt mit autogenem Training. Damals war das noch ziemlich “neu”  und ich fand sofort den Zugang dazu. Die Ruhe, zumindest in den 90 Minuten, in denen ich dort war, tat mir gut und ich konnte auftanken. Zuhause war die Energie natürlich schnell wieder verflogen, aber ich hatte ja jede Woche wieder Gelegenheit dazu.

Doch irgendetwas in mir hatte sich ein bisschen geöffnet und ganz zart erinnert und ich wusste, dass ich das auch für mich, in meinem Alltag, auf die Reihe bekommen konnte. Und noch etwas sehr Wichtiges ist mir klar geworden. Dass ich mein Bewusstsein schulen muss. Was das bedeutet?

Nun, stell dir doch einmal die Frage, wie bewusst gehst du durch einen einzelnen Tag? Ich glaube da wird einem sehr schnell klar, dass das oft nur Bruchteile sind. Wir haben aber auch alle Hilfsmittel, die uns sehr wirkungsvoll davon abhalten und die halten wir hoch in Ehren in unserer Zivilisation. Wie z.B. unseren Fernseher, unseren PC, unser Handy, um mal nur einige zu nennen.

Mir war vor Jahrzehnten noch gar nicht so bewusst, wie viele Anteile von mir abgespalten werden, wenn wir da evtl. stundenlang in den Fernseher schauen. Oder wenn wir uns im PC verlieren und von einer Webseite auf die nächste klicken. Am Ende fühlst du dich leer und müde.

Mit Anteilen meine ich alle diese wertvollen Seelenanteile, die zu mir gehören, die mich ein wunderbares, harmonisches und leuchtendes Ganzes sein lassen. Diese Anteile hatte ich teilweise verloren und vielleicht kennst du das auch.

Das hatte in mir ausgelöst, dass ich mich oft sehr traurig fühlte, unausgeglichen und auch durcheinander. Wie soll man sich auch gut in seiner Mitte fühlen, bei all den Ablenkungen. Doch nur aus meiner Mitte heraus habe ich auf mein gesamtes Potential Zugriff. Es lohnt sich also durchaus, seine Seelenanteile zurückzuholen.

Ich hatte damals noch nicht diesen Zugang zu meiner Seele wie heute. Denn am schnellsten und einfachsten holst du all deine verlorenen Anteile über die Seelenverbindung zurück. Du trittst ein in deinen eigenen SeelenRaum und bekommst dort jede Hilfe die du benötigst. Doch das habe ich erst Jahre später für mich so erkannt und aus diesem Grunde gebe ich es heute weiter.

Aber es gibt noch einen Ort, an dem du auch sehr schnell  mit dir, deinem Inneren und den Seelenanteilen in Kontakt kommst. Und das ist in der Natur. Und das meinte ich mit Bewusstsein schulen. In der Natur kannst du ganz bei dir sein. Ohne dass Musik auf dich einprasselt oder dir der Nachrichtensprecher etwas vorliest.

Die Natur lügt nicht – sie ist dein Türöffner, dein Vorbild, dein Begleiter wenn du das willst

Und in der Natur habe ich schnell erkannt, wo meine Baustellen in meine Leben waren. Wo ich mich selbst verloren hatte in all der Ablenkung, in einer Illusion, von Menschenhand geschaffen.

Es tut gut sich auf das Einfache zu reduzieren

Stille, lange Wanderungen, den Wind, die Sonne oder auch den Regen genießen. Das kann ich nur empfehlen.

Atmen – so tief wie noch nie und das regelmäßig

Bewusst deinen Atem spüren und dadurch auch deinen Körper. Das ist einzigartig. Ich wusste gar nicht, wie abgeflacht mein Atem seit langem war und wozu meine Lunge wirklich fähig ist.

Richtig auspowern – körperlich

Ich habe angefangen zu joggen. Ein Hochgenuß, kann ich nur sagen. Ich bin im Wald, ich fühle mich sowas von frei, ich hab die besten Eingebungen und bin geerdet.

Und nach und nach habe ich mich damals selbst wieder gefunden, Schale für Schale abgelegt, wie bei einer Zwiebel. Es hat gedauert, doch langsam haben dadurch meine Seelenanteile wieder zu mir gefunden. Ich fühlte mich wieder mit mir selbst im Einklang und nicht mehr fremd im eigenen Körper oder im eigenen Leben.

Ich glaube, das ist ein guter, gehbarer Weg, wenn wir mit all den Medien und Einflüssen, die wir in der heutigen Zeit haben, bewusst umgehen. Denn dann erkennen wir auf einmal die vielen Illusionen, die uns irgendjemand glauben machen will. In denen wir gefangen gehalten werden sollen und die uns in unserer ursprünglichen Freiheit, als göttliches Wesen, das wir immer sind, beschneiden sollen.

Es ist durchaus auch wichtig zu erkennen, dass wir keine Opfer sind. Denn wir haben die freie Wahl.

Und genau daran dürfen wir uns gegenseitig immer wieder erinnern. Und genau das werde ich und ich lade dich ein auch zu hinterfragen, wo du dich vielleicht noch in einer, von Menschenhand geschaffenen Illusion festhalten lässt. Es lohnt sich niemals, für kein Wesen, sich darauf einzulassen – auf diese Illusionen.

Denn wirklich Freiheit können wir nur durch unser Ankommen bei uns selbst erreichen. Durch unsere Herzöffnung und durch unser Erinnern, dass wir viel mehr sind. Das kann uns niemand absprechen oder nehmen.

Und wenn wir uns selbst wieder ganz nahe sind, ohne allzuviel Ablenkungen, können wir auch unsere SeelenGaben leben.

Kennst du auch solche Erfahrungen? Was machst du dann, wie gehst du in deinem Leben damit um? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

Herzensgrüße

Silvia

 

4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Silvia,
    gerade heute morgen war ich noch etwas unsortiert, wollte aber den Tag nutzen. Ich bin, bevor ich irgendetwas angefangen habe, spazieren gegangen. Nicht weit, nur bis zum Ortseingang. Da ist eine Bank unter einem herrlich großen Baum und man hat den Blick aufs Dorf und die Berge dahinter. Wie im Bilderbuch! Einfach dasitzen, den Sommermorgen genießen, die Farben aufnehmen, den Baum spüren… brachte mich wieder in meine Mitte. Als ich nach Hause kam, habe ich gleich meinen Warum-Artikel geschrieben und bin wunderbar sortiert seither.
    Natur hat mir bisher wirklich immer am besten geholfen.
    LG
    Sybille

  2. Das hört sich wunderschön an, Sybille, und mti deiner Beschreibung kann ich das Bild fast vor mir sehen. So kann man wirklich sehr gut seine Mitte finden und damit auch alle Türen für die eigene Kreativität öffnen. Klasse!
    Grüße
    Silvia

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