Beziehungen – ein Übungsfeld par excellence

Es ist schon komisch, denn gerade wenn wir in einer Beziehung sind, fühlen wir oftmals ein merkwürdiges Defizit. Geradeso als wäre etwas unvollständig oder nicht mehr ausgefüllt. Und eigentlich lebt es sich doch mit einem Partner an der Seite gleich viel glücklicher. Müsste man doch meinen, oder? Aber warum haben wir dann in Beziehungen auch das Gefühl des Mangels?

Ich weiß noch wie ich vor vielen Jahren meinen Ex-Ehemann kennengelernt und mit ihm mehrere Jahre verbracht habe und natürlich auch wie mein heutiger Ehemann in mein Leben kam. Der Beginn einer Beziehung und was sich daraus entwickelt ist wirklich enorm spannend.

Das kennt wohl jeder, dieses Spiel das immer wieder stattfindet bis eine Beziehung zustande kommt. Und der tiefe Wunsch in uns, die Liebe mit einem Partner zu teilen, zum Ausdruck zu bringen. Alleine sein wollte ich nie, denn das hat mich immer mit Unbehagen erfüllt. Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, dass meine Partner einen Teil meiner inneren Leere oder meiner eigenen Unzufriedenheit ausfüllen sollten. Das funktioniert natürlich nicht. Wissen wir ja alle, vom Verstand her und trotz dieser Erkenntnis sind so viele Paare unglücklich in ihrem Zusammensein.

Weil wir das “Bäumchen-wechsel-dich-Spiel” immer noch ganz gut beherrschen.  Wenn es der oder die nicht ist, dann vielleicht der nächste. Irgendjemand muss ja schließlich perfekt zu mir passen, mein Seelenpartner eben. So dachte ich auch lange. Und als ich meinen Mann traf, war es zu Beginn auch so. Es passte einfach, aber eben nur zu Beginn.

Wenn wir uns wirklich auf eine Beziehung zu einem anderen Menschen einlassen wollen, dann erfordert das sehr viel Mut und Ehrlichkeit.

Denn sonst wiederholt sich die Schlaufe und wir beginnen, den anderen mit den Augen der Unzufriedenheit, des Ärgers, des Mangels an Wertschätzung zu sehen. Wenn wir das nicht erkennen, dann erkennen wir uns selbst nicht. Du erinnerst dich sicherlich auch daran, dass alles im Außen ein Spiegel deiner Selbst ist. Das kann in einer Partnerschaft schon weh tun, wenn man den anderen gerne umerziehen würde.

Was genau bedeutet das nun? Du bist mit dir selbst nicht im Reinen, ganz einfach. Du hast noch vieles, das du an dir selbst nicht akzeptieren kannst, für das du dich verurteilst und wo die Verzeihung noch in weiter Ferne liegt.

Es ist wichtig,  dass du zuerst die Beziehung zu dir selbst erkennst und lebst. Das ist der Ursprung für alle weiteren Beziehungen. Stell dir doch einmal die Fragen:

  • Welche Beziehung habe ich zu mir?
  • Sehe ich mich selbst als den idealen Partner in meinem Leben?
  • Möchte ich jeden Tag mit mir verbringen?
  • Kann ich mir kleine und große Schwächen verzeihen?
  • Kann ich mich annehmen so wie ich bin?
  • Empfinde ich Wertschätzung für mich?
  • Liebe ich mich?

Nimm dir Zeit für diese Fragen und sei ehrlich und sehr liebevoll dir selbst gegenüber. Denn nur so kannst du die Spiegelbilder in deinen Partnerschaften entlarven. Es geht nicht darum, möglichst schnell alles abzuarbeiten. Es ist sinnvoll in kleinen Schritten einen beständigen inneren Frieden zu finden. Frieden mit seinem eigenen SEIN. Frieden für all das, was du bist, zu empfinden.

Ich gehe dazu sehr gerne in die Stille, in meinen Seelenraum und dann öffne ich mich für das Wort Frieden. Am Anfang ist es vielleicht nur ein Wort und dann wird es immer mehr und intensiver. Es wird zu einem tiefen Gefühl. Und gleichzeitig sehe ich dann auch all die Situationen in meinem Leben, in denen ich noch nicht so ganz mit mir im Reinen bin. Auch hier lasse ich in diesem Moment Frieden hineinfließen, absichtslos und bin dankbar, dass ich es erkennen durfte.

Was dann geschieht, liegt nicht in meiner Hand. Es gibt eine höhere Ordnung sozusagen, ein allumfassendes Bewusstsein, das uns hält und dafür sorgt, dass sich ein Wandel vollzieht. Immer im richtigen Tempo.

Ich bin eine glückliche Frau, Gefährtin, Mutter und auch Tochter. Hier gilt es immer wieder von Neuem aufmerksam zu bleiben, damit die Beziehungen von Herz zu Herz offfen bleiben.

Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern – bleib nicht im ersten stehen

Das hast du sicherlich schon einmal gehört und es ist wirklich so. Geh in deiner Beziehung, in deiner Liebe durch alle Zimmer, finde all deine Räume. Ausgehend vom Mittelpunkt, deiner Liebe zu dir selbst, die dir eine erfüllte Beziehung schenken darf. So öffnest du nach und nach alle weiteren Räume und erweckst sie zum Leben. Doch nicht mit Erwartungen, mit Vorschriften, mit Ängsten. Sieh die Liebe in jeder Beziehung als ein Sahnehäubchen zu deinem Glück.

Wie darf sich deine Partnerschaft anfühlen und verändern, wenn du deinem Partner gestattest, frei zu sein, er selbst zu sein? Und wie nimmst du dich dann als Mutter, als Tochter wahr? Welche ungeahnten Möglichkeiten der tiefen, ehrlichen Beziehung tun sich vor dir auf?

Es gibt dort einiges zu erkennen, zu leben und zu entscheiden. Lass dich darauf ein. Dann weißt du was das Richtige für dich ist.

Ich freue mich sehr über deinen Kommentar, denn ich glaube unsere Beziehungen untereinander sind sehr wichtig für einen dauerhaften Frieden. Zuerst im Kleinen und dann im Großen – es darf sich ausbreiten, dass wir den anderen mit einem offenen Herzen anschauen und ihn wertfrei annehmen wie er ist. Was meinst du?

Herzensgrüße

Silvia

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Silvia, Herzlichen Dank für diesen schönen Artikel, in dem sich wahrscheinlich so ziemlich jeder Mensch wiederfinden kann. Danke auch für die Anregungen, sich selbst zu befragen. :) Fühlbare Grüße * Luxus

    1. Hallo Luxus,

      vielen Dank für deinen Kommentar – ja es ist immer wieder bereichernd denke ich, sich selbst diese Frage zu stellen: Will ich meinen Platz einnehmen – so richtig!

      Dir ganz herzliche Grüße
      Silvia

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