Bist du immer noch perfekt oder lebst du schon?

In den letzten Tagen habe ich vermehrt bei mir gespürt, dass mich dieses Thema mal wieder antriggert. Perfekt sein – etwas perfekt erledigen oder gar das perfekte Business starten. Mit diesem Blogartikel nehme ich an der Blogparade von Jutta Held zum Thema “Unperfekt sein” teil.

Bist du immer noch perfekt oder lebst du schon?

Auch als ich für den “Liebster Award” nominiert wurde, erschienen da zweimal Fragen wie ich mir etwas perfekt vorstelle.  Und da wurde mir bewusst, dass sich bei diesem Wort in mir alles sträubt. Geht es dir genauso?

Ich wollte wissen warum das so ist, was mich genau stört und vor allem wo für mich das Geschenk darin liegt. Denn immer wenn uns etwas so richtig stört, dann haben wir da noch einen ganz großen Anteil drin. Sprich, etwas möchte sehr wohl noch perfekt sein, in meinem Falle also.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mich schon ein wenig geziert mich mit der perfekten Silvia auseinanderzusetzen. Doch vielleicht kennst du das auch von dir, wenn dich etwas nicht mehr loslässt. Du wirst immer wieder daran erinnert, bis du dich dem Ganzen stellst.

Perfekt sein – was ist das eigentlich?

Perfekt sein, das wurde mir mit Sternzeichen Jungfrau sowieso immer nachgesagt. Vor Jahren lief ich diesem Idealbild echt immer hinterher. Perfekt organisiert, perfekter Haushalt, perfekt im Umgang mit meinen Kindern, in der Erziehung, perfekt im Beruf. Also alles tip top. Doch in der Wirklichkeit sah das oft ganz anders aus. Ich war pausenlos im Stress und zwar nicht nur äußerlich, sondern hauptsächlich innerlich. Und das macht einen wirklich fertig.  Und zudem ist es ja auch eine Maske, die man versucht immer aufrecht zu erhalten.

Für mich kam irgendwann der Zeitpunkt, um weicher zu werden. Ja genauso möchte ich es nennen, denn so hat es sich angefühlt. Mein Haushalt durfte auch mal nicht top aufgeräumt sein, wenn Besuch kam. Das war früher ein absolutes No go. Und ich konnte mich auch bei meinen Kindern darauf einlassen, dass ich auch mal müde war, dass ich nicht alle Hausaufgaben verstanden habe und ihnen eine Hilfe sein konnte. Und die Welt ist deshalb nicht untergegangen, nein sie haben es doch tatsächlich selbst geregelt bekommen und ihre eigenen Stärken entdeckt. Ja und im Beruf, das war irgendwie eine harte Nuss muss ich sagen. Ich war noch angestellt, als Alleinkraft im Verkauf. Da hatte ich schon die perfekte Kontrolle, so dachte ich. Aber auch da fing es nach und nach zu bröckeln an, meine Kraft, mein Wohlbefinden und auch meine Begeisterung waren dahin.

Und dann wollte ich nicht mehr perfekt sein – ich wollte ICH sein. Einfach die Kontrolle loslassen und meinetwegen im Chaos versinken

Und da erkannte ich, dass das echt eine große Angst von mir war. Dieses Chaos, das ich dann überall erwartet habe, sobald sich die perfekte Silvia verabschiedet. Und welch eine Überraschung – das Chaos blieb doch tatsächlich aus.

Unperfekt – und viele Türen öffnen sich

Doch es hat sich etwas ganz anderes daraus entwickelt. Nämlich ein Leben, das spontan sein darf, das mich immer wieder neu überraschen kann. Und ich kann mich zeigen, auch “unperfekt” und stosse nicht auf Ablehnung sondern im Gegenteil, auf offene Türen und Wärme. Es hat auch ganz viel mit wiedergefundener Lebensqualität zu tun. Ich konnte mich mehr meinem Innenleben zuwenden und wenn dort, in meiner Seelenwelt alles passt, im Einklang ist, dann fällt mir das Umsetzen im außen sehr viel leichter, auch ohne Perfektionismus. Dann überrasche ich mich manchmal selbst mit meinen Ideen :-)

Vielleicht hast du dich da irgendwo auch wiedergefunden. Und vielleicht fällt es dir auch manchmal schwer gerade das, was uns schon so lange begleitet und was ja auch oft als Tugend dargestellt wird, ein bißchen loszulassen. Doch ich möchte dich ermutigen, wirklich genauer bei dir hinzuschauen und vor allem auch hinzufühlen. Was tut dir wirklich gut, und wo ist es einfach überzogen, anerzogen und unangebracht.

Es behindert dich auch sehr in deiner Entwicklung. Denn ich habe bei mir gemerkt, dass ich oft lieber gar nichts Neues ausprobiert habe, aus Angst, dass ich es nicht perfekt hinbekomme. Als ich dieser Angst wirklich einmal begegnet bin und mich nicht mehr auf das gewohnte Spielchen eingelassen habe, war ich doch sehr erstaunt, wie frei mich das macht.

Und genau dieses Gefühl von Freiheit, das liebe ich sehr. Doch anscheinend habe ich mich in der letzten Zeit mal wieder etwas zu sehr in die andere Richtung bewegt. Wie ich jetzt da wieder herauskomme? Zuerst war ich schon etwas verwirrt, eben weil ich dachte, dass es doch schon mehrmals angeschaut und damit auch erledigt ist.

Dann wurde mich bewusst, dass ich durch meine Energiearbeit, durch meine Seelenverbindung immer wieder auf eine neue Ebene gelange. Und genau dort, auf dieser Ebene erscheint dann einfach wieder das Thema, das gerade für mich aktuell ist. Auch wenn ich es zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal angeschaut habe.

Doch jetzt stehe ich an einem anderen Punkt in meiner Entwicklung – ein anderer Blickwinkel tut sich auf

Und genau das ist mein Geschenk. Vielleicht kann man es am besten so erklären, als ob man einen Berg hinauf wandert. Du kannst dein Thema gleich ganz unten anschauen, da kannst du einiges lösen, aber du hast noch nicht die Weitsicht. Und dann wanderst du immer weiter hinaus und deine Sicht wird besser. Dein Thema, das dann gerade aktuell bei dir ist, lässt sich leicht wandeln und erlösen.

Doch es ist immer wichtig, sich nicht wegzudrehen, sondern mutig Ja zu sagen. Hey – es geht um dein Leben und das kann einfach niemand für dich machen. Wenn dir deine Freiheit wichtig ist, wenn du gerne deine SeelenGaben leben möchtest in ihrer vollen Bandbreite, dann lass dich führen. Du spürst den Ruf tief in dir drin. Es ist der Ruf deiner Seele.

Ich würde mich sehr über einen Kommentar von dir freuen, denn bestimmt kennst du das auch – perfekt – nicht perfekt – ja was denn nun!

Herzensgrüße

Silvia

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10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Silvia,
    damit hast du mich jetzt echt zum Nachdenken gebracht. Erst mal muss ich sagen, dass du das wunderschön beschrieben hast. Perfektionsstreben kennen wohl alle, jeder in seinem Bereich. Aber dass man so sein Thema hat, das man sich immer und immer wieder anschauen muss, jeweils von einer anderen Stufe aus, das finde ich sehr wichtig. Und hilfreich für mich momentan! Dankeschön!
    LG
    Sybille

    1. Das freut mich Sybille, wenn es dich unterstützen darf. Lass dich einfach von deiner inneren Stimme unterstützen, die kennt die jeweilige Stufe/Ebene am besten.
      Herzensgrüße
      Silvia

  2. Liebe Silvia,

    ein wunderbarer Artikel. Du sprichst mir aus der Seele. Es ist ein hartes Stück Arbeit, die Perfektionistin abzustreifen und sich einzugestehen, so wie es gerade ist, ist es gut. Perfekt sein zu wollen, heißt für mich auch noch: Entscheidungen vermeiden, Aufschieben, Angst haben, nicht gut genug zu sein. Das sind starke Fesseln.
    Das Schöne ist, habe ich die Perfektionistin in mir erst einmal erkannt, kann ich mich etwas von ihr befreien. Ganz los werde ich sie wohl nicht. Sie baut immer wieder kleine Fallen, in die ich hineintappe.
    Bis zum perfekten “nicht perfekt” ist ein langer Weg. Doch ich finde, es lohnt sich, ihn zu gehen.

    Ich wünsche Dir einen unperfekten federleichten Tag
    Elvira

    1. Hallo Elvira,
      ich glaube es muss gar nicht so eine harte Arbeit sein, dass wir die Perfektionistin erkennen, annehmen und loslassen. Denn es gibt ja durchaus den weichen Weg nach Innen.
      Ich kann dir absolut zustimmen, dass es wichtig ist, das perfekt sein wollen erst einmal zu erkennen, das ist der erste Schritt.
      Danke und dir ebensolche Grüße zurück
      Silvia

  3. ;-), das Thema scheint einige umzutreiben, ich habe auch vor kurzem zwei Posts zu dem Thema auf meinem Blog geschrieben. Ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht und viele ähnliche Gedanken haben.

    Liebe Grüsse,
    Ivana

    1. Liebe Ivana,
      ja mir erscheint es sehr wichtig, dass man den Kreislauf erkennt. Denn nur dann können wir etwas verändern.

      Herzliche Grüße zurück
      Silvia

  4. Liebe Silvia,

    Auch ich zähle mich zu den Perfektionistinnen und ich weiß, dass ich das nie ganz loswerden kann und auch gar nicht will. Für mich besteht die Herausforderung darin zu unterscheiden, wo mich Perfektionismus bremst (da gebe ich mir einen Ruck), wo er mich belastet (da muss ich ausbrechen) und wo er absolut sinnvoll ist und mir nützt (da darf er bleiben). Ihn ganz zu beseitigen, hieße jedoch, einen wesentlichen Persönlichkeitsanteil in mir zu verleugnen.

    Liebe Grüße
    Barbara

  5. Liebe Silvia,

    vielen Dank für Deinen wundervollen und wie mir scheint, direkt aus der Seele geschriebenen Artikel zum Unperfekt sein!
    Das der Artikel nicht von heute ist, zeigt finde ich, das dieses Thema kein Verfallsdatum hat:).

    Ganz liebe Grüße
    Jutta

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